Kategorie: Fabeln

Der bessere Fisch

Der bessere Fisch

Ein kleiner Fisch wetteiferte schon den ganzen Tag mit einem Hai. Jeder behauptete von sich, dass bessere Tier zu sein. Der Hai überzeugt von seiner Größe und Schnelligkeit, der kleine Fisch schwor wiederum auf seine Größe und Wendigkeit. So groß wie ich bin, könnte ich dich in einem Happen verschlingen, zischte der Hai. Sichtlich unbeeindruckt schoss der kleine Fisch wild um den Hai und rief dabei, dazu müsstest du mich erst einmal fangen und ich bin weitaus wendiger und flinker. Bei all den nassen Wettkämpfen verloren beide ihre Heimat aus den Augen und trugen ihre Kämpfe immerzu weiter fort. Doch das Wasser wurde knapper und niedriger und so wurden beide lautlos im Wasser verharrend gegen den Grund gedrückt. Vergaßen sie doch, dass es Ebbe ist. So lag der Hai dem Tode nah, auf dem trockenen Sand und blickte in einen kleinen Rinnsal in welchem sich der Fisch tummelte. Schadenfroh schwamm er im Kreis, sich bewusst das nur seine winzige Größe im dieses Glück bescherte. Bis eine Möwe sich den Leckerbissen schnappte.

Beide starben am Strand und so war niemand der Bessere.

Zusammen statt gegeneinander arbeiten bringt jeden von uns weiter.

Erster sein!

Erster sein!

Nicht weit vom Froschteich lag eine feuchte Wiese. In eben dieser lebte froh die Schnecke Miao Miao mit ihrer Familie. Doch das ruhige und selige Leben wurde je gestört, denn hin und wieder sprangen Frösche aus dem Teich wild in die Wiese und schnappten sich wahllos ein paar Schnecken um sie zu verspeisen. Diesmal sprang ein Frosch vor das Haus in dem Miao Miao wohnte. So du kleine, langsame Schnecke, du wirst mir gut schmecken, sabberte der Frosch. Doch Miao Miao antworte frech – ich soll langsam sein – lass mich und meine Familie in Frieden und komme im Winter wieder. Wir werden sehen, wer zu erst am See ist. Bist du zu erst dort, kannst du uns alle fressen, bin ich zu erst dort, lässt du uns leben. So sollte es sein, der dumme Frosch verschonte die Schnecken und kehrte erst im Winter zurück. Miao Miao und der Frosch begannen ihren Kampf, sprangen und liefen so schnell sie konnten zum Teich. Natürlich war der Frosch schneller, Miao Miao wusste dies auch, doch wusste sie auch das der Frosch warten würde, bis Miao Miao auch am dort sei. Obschon sie so schnell sie konnte Richtung Teich unterwegs war, ist dieser samt des Frosches darin eingefroren als sie ankam. So leben Miao und Miao noch heute, wenn sie kein anderer Frosch fraß.

Es ist nicht ratsam der Erste zu sein! Schon gar nicht, wenn es niemand sieht.

Tsunamiflossen

Tsunamiflossen

Der Mensch ist wohl das gemeinste Tier auf dieser Erde. Das mussten auch die kleinen Fische erfahren.

Immer zu entsorgten die Menschen ihren Unrat im Fluss, nicht weit entfernt ihrer Stadt. Die kleinen Fische vermochten es kaum noch, ihre wunderbare Unterwasserwelt zu sehen. Da beschloss der König des Fischschwarms zu den Menschen zu gehen und sie zu bitten mehr acht auf die Fische zu geben. So schwamm der König an das nächste Ufer und rief einen Fischer an. Verehrter Fischer, so höret mich an, wenn ihr noch länger fischen wollt und eure Familien ernähren, dann gebt acht auf uns und werft nicht alles Unnütze zu uns hinab – geht und tragt die Botschaft in die eure Stadt. Doch der Fischer lachte nur, schwang seine Rute und warf sie aus um Fisch für den Abend zu fangen. Erbost biss der König an den Haken, lies sich fangen und stellte sich tot. Zu Hause angekommen zeigte der Fischer seiner Familie den prächtigen Fang, doch eben dieser keuchte sogleich los. Rettet euch und uns, gebt acht auf uns und fügt uns nimmer Leid und Elend zu, wir geben euch schon unsere Schwächsten an die Angel, so verschont bloß den Rest. Doch auch die Familie lachte und brachte den Fisch um. Als auch am nächsten Morgen der König nicht wiederkehrte, wussten die kleinen Fische wie es um ihren König stand. Hunderte Fische sammelten sich vor der dem Ufer und schlugen mit Ihren Flossen so kräftig, das dass Wasser zu beben begann. Doch noch immer Verstand das Dorf nicht und alle Fischer eilten zum Ufer, um zu angeln. Da drehten sich die Fische um, mit der Schwanzflosse zum Ufer und bewegten jene noch schneller, bis ein Tsunami sich auftürmte und das Dorf unter sich begrub. Nun schwammen alle mit den Fischen im selben Unrat und ertranken elendig an ihrem eigenen Hab und Gut.

Wer nicht auf die Kleinen hört und stets im Hochmut lebt, der wird tief fallen und eines besseren belehrt.